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01.01.1900 |

Team Baumann Dritter bei German Masters in Hamburg

Das deutsche Nationalteam um Skip Alexander Baumann vom Baden Hills Golf und Curling Club aus Rastatt hat das German Masters 2018 in Hamburg mit einem hervorragenden dritten Platz abgeschlossen. Nach ihrem dritten Rang vor zwei Wochen in Perth/ Schottland, haben die Jungs um Baumann, Manuel Walter, Daniel Herberg und Sebastian Schweizer bewiesen, daß sie in Deutschland die absolute Spitze darstellen. Der Deutsche Curling Verband (DCV) hat daraufhin dem Team die Zusage zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Las Vegas Anfang April gegeben.

Im Spiel um den Einzug in das Finale unterlagen die Rastatter dem favorisierten schottischen Vize-Europameister, dem Team um Kyle Smith, das bereits im vergangenen Jahr als Zweiter aus diesem Turnier hervorging und auch bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang starten wird. Das zweite deutsche Team, die Junioren-Auswahl um Skip Klaudius Harsch, Sixten Totzek, Joshua Sutor und Jan Lucca Haag, ebenfalls vom BHGCC, war bei seinem ersten Turnier auf der World Curling Tour trotz guter Spiele, nach der Vorrunde ausgeschieden.

Mit zwei Siegen zum Auftakt ist Baumann mit seiner Crew erfolgreich in die siebente Auflage des German Masters gestartet. In seinem ersten Match gegen das schwedische Team Maberg lag man nach dem dritten End mit 3:1 in Führung, was diese aber bis zum vorletzten End in ein 3:4 drehten. Nach dem Ausgleich im achten End mußte die Entscheidung im Extra-End fallen, was mit einem Stein zum 5:4 auch gelang. Das zweite Spiel kontrollierten die Jungs aus Baden sehr gut. Gegen die Niederländer vom Team Jaap van Dorp gelang mit 6:3 ein  souverän herausgespielter Sieg.

Nach den beiden Auftaktsiegen traf Baumanns Team am Freitag auf die Schotten um Skip Cameron Bryce. Nach einem missglückten ersten End, wo die Schotten gleich einen Stein stahlen, kamen die Deutschen allerdings mit einem Zweierhaus im zweiten End besser ins Spiel und spielten ihre Taktik solide herunter. Als Bryce im sechsten End noch einen Stein stehlen konnte, antwortete Baumann erneut mit einem Zweierhaus zur 5:4-Führung, die die Schotten im Schlussend noch mal ausgleichen konnten. Mit dem Recht des letzten Steins im Extra-End brachten die Deutschen den dritten Sieg aber sicher nach Hause.
Zum Abschluss der Vorrunde feierte Baumann gegen den späteren Gewinner des Turniers, das Schweizer Team um Marc Pfister, dann noch seinen vierten Sieg. Von Beginn an dominierte man das Geschehen auf dem Eis, stahl in den beiden ersten Ends jeweils einen Stein und ließ in der Folge auch nie mehr als einen gegnerischen Stein zu. Ein weiterer gestohlener Stein zum 4:1 im fünften Durchgang war bereits die Vorentscheidung. Beide Teams punkteten in der Folge noch je einmal – doch am Ende stand ein klarer und völlig verdienter 5:2-Erfolg für die DCV-Formation auf dem Scoreboard.
 

Im Viertelfinale ging es dann gegen den Vorjahressieger, das Team Walstad aus Norwegen. In einem abwechslungsreichen Spiel auf Augenhöhe setzten sich die Deutschen mit dem Recht des letzten Steins im Schlussend letztlich mit 8:7 durch. Dabei misslang  der Start völlig. „Wir konnten froh sein, dass wir im zweiten End nur zwei Steine gestohlen bekommen haben“, konstatierte Alexander Baumann nach dem Spiel. Ab dem dritten End lief dann aber alles nach Wunsch, blieb aber ein Spiel auf Augenhöhe. Die Norweger holten sich im fünften Durchgang die Führung zurück, doch anschließend gelang dem deutschen Quartett mit einem Viererhaus die Vorentscheidung. Dem Titelverteidiger gelang zwar noch mit drei Steinen der Ausgleich. Baumann nutzte jedoch das Recht des letzten Steins im Schlussend aus und legte seinen Stein, punktgenau zum Sieg auf den Dolly.
Im Halbfinale traf man dann auf Vize-Europameister und Olympia-Starter Kyle Smith und sein Team aus Schottland. „Gegen die Schotten spielen wir eigentlich immer ganz gut und geschlagen haben wir das Team Smith auch schon“, so Baumann, aber dieses Mal hat es leider nicht mit einem Sieg geklappt.                                                      

„Die Jungs haben hier den guten Eindruck, den sie zuletzt in Perth gemacht haben, absolut bestätigt“, so Trainer Martin Beiser. Insgesamt“, so Baumann, „sind wir sehr zufrieden mit diesem Turnier. Das ist in 2018 schon unser zweites Halbfinale auf der World Curling Tour und zum zweiten Mal Rang drei. Das macht schon Spaß gerade.“ Daran wolle man dann auch beim letzten WCT-Turnier der Saison im schottischen Aberdeen anknüpfen.

Das Juniorenteam um Skip Klaudius Harsch, das zuletzt die DM der Herren vor Baumann gewinnen konnte und in die A-Gruppe der Junioren-WM aufgestiegen war, musste in seinen ersten Spielen auf der World Curling Tour noch Lehrgeld zahlen.

Gegen das Schweizer Team Schwaller – immerhin Juniorenweltmeister 2014 – gab es ein deutliches 2:10, wobei man das Spiel nach dem sechsten End mit Handschlag abgab.
Im zweiten Spiel waren die Jungs dann aber im Turnier angekommen und haben gegen das aktuelle schottische Olympia-Team von Skip Kyle Smith ein wirklich gutes Spiel gezeigt. Hier lieferte das junge DCV-Team eine Partie ab, die weitgehend auf Augenhöhe stattfand. Bis zum sechsten End (3:3) konnte sich keines der beiden Teams absetzen. Ein Zweierhaus der Schotten konnte Harsch leider nicht mehr adäquat kontern, so dass er nur noch auf 4:5 verkürzen konnte

Am Samstagmorgen feierten die Junioren dann ihren ersten Sieg auf der World Curling Tour. Gegen das Team Wunderer aus Österreich gelang ein verdientes 6:5. Im letzten Gruppenspiel gegen das Schweizer Team Staehli war die Luft für das jüngste Team raus. Bis zum vierten End hielt man noch auf Augenhöhe mit, dann zogen die Schweizer mit jeweils einem gestohlenen Stein im sechsten und siebenten End auf 5:2 davon.
„Hier das Viertelfinale zu erreichen, war vordergründig gar nicht wichtig, so Bundesnachwuchstrainer Wolfgang Burba. Wichtig war, sich einmal auf diesem Niveau zu zeigen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Es war gut, mal zu sehen, wo die Latte liegt und wo wir überhaupt stehen“.



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